Bleckede erinnert an die Ereignisse des 9. November 1938 – Ein Appell für Zivilcourage und ein respektvolles Miteinander
Bleckede 09.11.2025 – In einer würdevollen Gedenkveranstaltung versammelten sich heute Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bleckede gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Kirchengemeinde sowie der Arbeitsgruppe „Juden in Bleckede“, um an die Ereignisse des 9. November 1938 zu erinnern. Die sogenannte Kristallnacht markiert einen der dunkelsten Momente der deutschen Geschichte und bleibt bis heute Mahnung und Verpflichtung zugleich.
In seiner Ansprache dankte Bürgermeister Neumann der lokalen Arbeitsgruppe „Juden in Bleckede“ ausdrücklich für ihr langjähriges Engagement. Die Organisation der Gedenkveranstaltung sei ein „leuchtendes Zeichen des Mutes und des Respekts“ und mache deutlich, dass Gedenken ein aktiver Prozess sei, der Verantwortung und Haltung einfordert.
Neumann betonte, wie wichtig es sei, gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spannungen für demokratische Werte einzustehen und Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten. „Wir dürfen nicht zulassen, dass neue Gräben zwischen Menschen entstehen – genährt durch Ignoranz oder Vorurteile“. Der Historiker Timothy Snyder wurde mit den Worten zitiert: „Um nicht in die Geschichte zurückzufallen, müssen wir die Vergangenheit im Gedächtnis behalten.“
Besonders hob die Rede hervor, dass auch in einer kleinen Stadt wie Bleckede Wachsamkeit notwendig sei. Jede und jeder Einzelne trage Verantwortung, Ausgrenzung und Diskriminierung wahrzunehmen und Zivilcourage zu zeigen. „Wir können Brücken bauen, Dialoge fördern und ein echter Teil der Lösung werden“, sagte Bürgermeister Neumann. Zivilcourage beginne im Herzen und zeige sich im täglichen Handeln.
Mit Blick auf die gegenwärtigen gesellschaftlichen Herausforderungen appellierte Herr Neumann an die Bürgerinnen und Bürger, ein aktives Zeichen für Menschlichkeit, Respekt und Mitgefühl zu setzen. In einer Zeit, in der Hass immer lauter zu werden scheint, sei es umso wichtiger, sich für jene starkzumachen, die von Unrecht betroffen sind. „Wir müssen das Echo der Unrechtstaten aus unserer Vergangenheit nicht wiederholen. Wir haben die Möglichkeit, ein Licht in der Dunkelheit zu sein.“
Die Gedenkrede schloss mit einem eindringlichen Aufruf zu gemeinschaftlichem Engagement: Es gelte, eine Umgebung zu schaffen, in der Vielfalt nicht nur toleriert, sondern bewusst wertgeschätzt wird. Der Philosoph Thukydides wurde mit den Worten zitiert: „Ein Mensch kann nicht erforschen, wohin er geht, wenn er nicht weiß, woher er kommt.“ Gedenken bedeute Verantwortung für die Zukunft.
„Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass die Schrecken der Vergangenheit niemals wiederholt werden“, erklärte Neumann abschließend und dankte allen Teilnehmenden für ihre Präsenz und ihr Engagement.