Ansprechpartner & mehr

Vier Dörfer erzählen

Vier Dörfer erzählen in der Dorfregion Schieringen-Elbe

Herzlich willkommen in den "Vier Dörfern" Alt Garge | Barskamp | Tosterglope |Ventschau!

Wichtiger Hinweis: Die Informationen auf dieser Seite sind noch nicht vollständig, werden aber laufend erweitert. Wir freuen uns, wenn Sie hier wieder vorbeischauen!

 

Sie interessieren sich für die Geschichte dieser Region?Fahrradroute für den Erlebnispfad "Vier Dörfer erzählen" (c) MeinƒreundLehmann

Wußten Sie schon, dass...
- in Alt Garge einmal das modernste Kohlekraftwerk Europas stand?
- der Ortsteil Barskamp älter als die Kernstadt Bleckede ist?
- das "eiserne Rösslein" acht Mal am Tag nach Tosterglope fuhr?
- in Ventschau die Fische aus dem Wald kommen?

In den vier Dörfern der Dorfregion Schieringen-Elbe gibt es viel zu entdecken!

Unter dem Motto "Vier Dörfer erzählen" erfahren Interessierte an insgesamt 21 Stationen mit 27 Erklärtafeln viele interessante und spannende Fakten entlang des "Historischen Erlebnispfades". Der Pfad verbindet die beiden Bleckeder Ortsteile Alt Garge und Barskamp sowie die Dörfer Tosterglope und Ventschau der Gemeinde Tosterglope in der Samtgemeinde Dahlenburg. Alle vier Dörfer zusammen bilden die Dorfregion Schieringen-Elbe!

Sämtliche Texte auf den Erklärtafeln entlang des Historischen Die Station "Gotteslohn und Geld" in Barskamp (c) Stadt BleckedeErlebnispfades können hier auf der Homepage nachgelesen werden. Wenn Sie einzelne Stationen anklicken, erhalten Sie neben den Text der Tafel auch erweiterte Informationen für diese Station. Bei einigen Stationen berichten zusätzlich Bewohner der Dörfer - die zum Teil auch Zeitzeugen sind - in kurzen Filmen über die jeweiligen Örtlichkeiten, Gegebenheiten und früheren Lebensbedingungen.

Alle Texte und Informationen zu dem Erlebnispfad auf den Tafeln und dieser Homepage wurden durch eine Arbeitsgruppe mit engagierten Bürgerinnen und Bürger aus den beteiligten Ortsteilen im Rahmen eines Projektes aus der Dorfentwicklung "Dorfregion Schieringen-Elbe" erstellt.

Darüber hinaus gibt es eine Broschüre "Vier Dörfer erzählen", die in der Touristeninformation der Stadt Bleckede, Schlossstraße 10, 21354 Bleckede kostenlos erhältlich ist. Den Bildnachweis über die verwendeten Bilder in der Broschüre finden Sie hier (PDF-Datei)

Der Pfad entstand im Zuge des Gemeinschaftsprojektes "Vier Dörfer erzählen" der Stadt Bleckede, der Gemeinde Tosterglope und dem Naturpark Elbhöhen-Wendland. Die Realisierung des Erlebnispfades wurde durch die EU über LEADER gefördert.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Entdecken des "Historischen Erlebnispfades" in der Dorfregion Schieringen-Elbe!

Die Stationen des Historischen Erlebnispfades "Vier Dörfer erzählen":

Alt Garge - Schuften bis zum Umfallen

Im Bürgerpark von Alt Garge wurde 1995 ein Findling platziert, der sich mit der Ortsgeschichte und dem regionalen Naturraum verknüpfen lässt:

> Zum einen als Gedenkstein: die Inschrift auf der Bronzetafel erinnert an die etwa 500 inhaftierten Menschen des Außenlagers des KZ Neuengamme, die beim Bau des Kraftwerks Osthannover der Hamburgischen Electricitätswerke AG (HEW) von August 1944 bis Februar 1945 als Zwangsarbeiter eingesetzt waren und von denen 49 unter den unmenschlichen Bedingungen starben. Das Kraftwerk nahm 1946 seinen Betrieb auf und bewirkte einen grundlegenden strukturellen Wandel des Ortsbildes, seiner Bevölkerung und der Wirtschaftsstruktur. Obwohl das Kraftwerk 1974 seinen Betrieb einstellte und 1986 abgerissen wurde, trifft man noch heute auf vielfältige Spuren in der Dorfgeschichte. Einige der Spuren werden innerhalb des Erlebnispfades in den 10 Stationen von Alt Garge aufgezeigt. Die Stadt Bleckede setzte 1995 den Findling als Gedenkstein an die KZ-Opfer - fünf Jahrzehnte später.

> Zum anderen weist der Findling auf die Prägung des Naturraumes durch die Eiszeit hin. Auch hierauf gibt es viele interessante Spuren bei dem Rundgang.

 

Alt Garge - Station 1 "Kohlenplatz | Hafen" - Futter für den schwarzen Riesen -

Alt Garge - Station 2 "Lager A" - Lieder für die Zukunft -

Der mittlere Teil des Komplexes Hauptstraße 11/12 (Turnhalle/Kita) stammt aus den 1940er Jahren. Er war das Kantinengebäude eines Barackenlagers auf der Großbaustelle der HEW, das zwischen 1940 bis 1943 in mehreren Abschnitten errichtet wurde. In der Endstufe bestand es aus ca. 30 Baracken. Sie dienten der Unterbringung aller „Arbeiter“ der Firmen, die am Bau des Kraftwerks Ost-Hannover mitwirkten.

Dieses HEW-Gemeinschaftslager wurde als "Lager A" bezeichnet. Hier lebten bis zu 1.500 Personen unterschiedlicher Herkunft und mit unterschiedlichstem Status: Zivilverpflichtete, Kriegsgefangene verschiedener Nationalitäten, freiwillige (?) deutsche und ausländische Arbeiter. Im Krieg wurden ausländische Arbeitskräfte als Freiwillige angeworben oder gewaltsam nach Deutschland gebracht und Firmen auf Anforderung überlassen. Die in Alt Garge eingesetzten „Arbeiter“ stammten aus Slowenien, Kroatien, Tschechien, der Slowakei, Polen, Holland und Flamen. Sie wurden für Rodungs-, Gleis-, Tief-, und Hochbauarbeiten eingesetzt.

Nach dem Einmarsch britischer Streitkräfte am 22. April 1945 verließ der größte Teil der Arbeiter das Gemeinschaftslager "Lager A" und Alt Garge. Bereits im Juni 1945 war hier ein "Camp for Displaced Persons" eingerichtet worden, in dem Menschen aus den baltischen Staaten untergebracht waren.

Die Baracken wurden bis 1952 abgerissen, das Kantinengebäude wurde zunächst zur Schule, später zum Kindergarten und zur Kita umgebaut.

> Die Ortsvorsteherin von Alt Garge erzählt (3:56 Minuten) (externer Link)

> Ein Zeitzeuge berichtet (3:36 Minuten) (externer Link)

 

Alt Garge - Station 3 "Waldringsiedlung" - Zweckmäßig, Praktisch und Gut -

HEW-Waldringsiedlung

Wohnen
Diese zwischen 1947 und 1956 für die Beschäftigten des HEW-Kraftwerks gebauten Wohnblocks bewohnten 1965 ca.100 Erwachsene und 70 Kinder. Insgesamt entstanden etwa 50 Wohneinheitn mit 20 bis 56 qm im Waldring sowie 8 Wohneinheiten mit 20 bis 60 qm an der Hauptstraße. Ganz modern verfügten sie bereits über WC, Dusche und Warmwasser aus Boilern. Kraftwerksmitarbeiter konnten sich elektrische Heizungen leisten. Um den beengten Verhältnissen zu entkommen, nutzten die Bewohner auch gerne das kostenlose Angebot, sich einen Kleingarten auf HEW-eigenem Gelände anzulegen (Station 10).

1951-58 baute die Gemeinde Alt Garge in der Hauptstraße weitere Wohnblocks mit ca. 50 Wohneinheiten.

Versorgung
Dank der stark angestiegenen Bevölkerungszahl konnten sich folgende Geschäfte in der „Einkaufsmeile“ Hauptstraße ansiedeln:
• Haus Nr. 1: Poststelle mit öffentlichem Fernsprecher; Schlachterei
• Haus Nr. 2: Schreib- und Kurzwarenladen; Kolonialwarengeschäft
• Haus Nr. 3: Lebensmittelgeschäft; Damen-Herren-Frisiersalon
• Im östlichen gelben Klinkerbau: ab 1962 Hauptzweigstelle Kreissparkasse Lüneburg
• Haus Nr. 16: Lebensmittel-Milchgeschäft, Bekleidungsgeschäft; Nebenstelle der Spar- und Darlehenskasse
• Haus Nr. 20: Bäckerei; Lebensmittelgeschäft
• Holzbaracke neben Haus Nr. 20: Schlachterei
• Haus Nr. 36: Kolonialwarenladen, ab 1960 Schuhmacher

Die Giebel der nun schmucklos gedämmten Häuser der Hauptstraße 1 bis 3 sowie Waldring 1 und 8 zierten große, kunstvoll gearbeitete Innungswappen bzw.  Landeswappen und Darstellungen von Fischern, Landarbeitern und Mechanikern, den Wandel des Ortes zeigend, die in den Außenputz eingearbeitet waren.

> Eine Zeitzeugin berichtet über ihre Kindheit in der Waldringsiedlung (2:16 Minuten) (externer Link)

 

Alt Garge - Station 4 "Kirche | Kinderdorf"

Alt Garge - Station 5 "Freiluftschaltanlage" - Hochspannung garantiert -

Alt Garge - Auf und Ab

Film (1:28 Minuten) (externer Link)

 

 

Alt Garge - Station 6 "Porenbeton" - Viel Asche und noch mehr Geld -

Alt Garge - Station 7 "Altes Kurhaus" - Die Alt Garger Luft -

Alt Garge - Station 8 "Fähre | Fährkrug" - Hüben und Drüben -

Alt Garge - Station 9 "Pförtnerhaus | Baubüro" - Streng bewacht -

Alt Garge - Vom "Schwarzen Gold" zum Leben im Grünen

Alt Garge - Station 10 "Waldbad" - Eiszeiten und Warmbad

Barskamp - Vom Bauerndorf in die weite Welt

Barskamp - Station 1 "Pfarrwitwenhaus" - Gotteslohn und Geld -

Barskamp - Station 2 "Schmiede" - Von der Schmiede in die Welt -

Barskamp - Station 3 "Buursood" - Von Krieg und Frieden -

Barskamp - Station 4 "Colonialwaren" - Schokolade, Bonbons und Biedermeier -

Barskamp - Station 5 "Mühle" - Mahlen und Wohnen -

Barskamp - Station 6 "Landwirtschaft" - Milch und Brot -

Barskamp - Station 7 "Kirche" - Wehren und Wachen -

Film (2:36 Minuten) (externer Link)

 

Barskamp - Station 8 "Kirchenland" - Kurze Wege auf die Kanzel -

Tosterglope - Borstenvieh und Schweinespeck

 

Der Dorfchronist erzählt über das Dorf Tosterglope (4:00 Minuten) (externer Link)

Tosterglope - Station 1 "Dorfschule" - Von der Dorfschule zum Landgut -

Tosterglope - Station 2 "Eisenbahn" - Geliebte kleine Eisenbahn -

Ventschau - Dorf zwischen Feuer und Wasser

 

Zeitzeugenbericht über die Ziegelei in Ventschau (3:57 Minuten) (externer Link)

 

Ventschau - Station 1 "Fischteiche" - Fisch aus dem Wald -

Eine der beliebtesten Wanderungen führt von der Straße „Zum Dicken Busch“ durch den Ventschauer Forst direkt zu den Ventschauer Fischteichen. Die Teiche werden vorwiegend als Angelteiche genutzt und liegen landschaftlich fast schon anmutend in der Ventschauer Tiefebene. Bei perfekter Sonneneinstrahlung fühlt man sich hier wie in "Klein-Schweden".

Der Weg ist ein Stück Wellness für die Seele. Hier kann man nicht nur bei völliger Ruhe ungestört entspannen, sondern auch die vielen Tierarten in und an den zehn Teichen entdecken. So sind zum Beispiel Biber und Co hier zu Hause. Und je vorsichtiger man sich durch die Natur bewegt, desto mehr Tierarten können hier beobachtet werden.

Der Weg ist mit blauen Dreiecken gekennzeichnet und ist ca. 4,5 Kilometer lang.