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Räumung von Kampfmittelresten im Bleckeder Schlossgraben startet

21. August 2025

Nach umfangreichen Abstimmungen werden ab Montag, 25. August 2025, im Bleckeder Schlossgraben Kampfmittelreste aus dem 2. Weltkrieg geräumt. Schloss und Schlosspark sind weiterhin uneingeschränkt zugänglich.

Ab Montag, 25. August 2025, werden in den nächsten drei Monaten weitere Kampfmittelreste aus dem 2. Weltkrieg aus dem Schlossgraben geborgen. Bereits erfolgte Sondierungen Ende 2019 sowie Flugroutenauswertungen ergaben, dass aufgrund der Bergungsarbeiten keine Gefahr für die Bevölkerung besteht. Für die Arbeiten durch eine beauftragte Kampfmittelbeseitigungsfirma sind somit nur normale, lokal begrenzte Absperrungen notwendig. Das Schloss sowie das Aquarium mit der Biberanlage sind weiterhin uneingeschränkt zugänglich. Auch der Schlosspark wird nicht abgesperrt und die Schlossbrücke bleibt durchgängig passierbar. Nach Beendigung der Arbeiten werden auch die Bauzäune, die um den Schlossgraben aufgestellt wurden, entfernt.

Die Arbeiten werden ohne schwere Geräte in einem minimalinvasiven Verfahren durchgeführt: Sogenannte „Sondierpärchen“ bearbeiten die bereits im Frühjahr freigelegten Bereiche. Dabei misst der Sondierer eisenhaltige Anomalien im Untergrund an, während der Kampfmittelräumarbeiter den Untergrund dann an dieser Stelle mit einem Spaten zur Identifikation öffnet. Nach aktueller Erfahrung handelt es sich zu etwa 99 Prozent um Unrat. Dieser wird durch die beauftragte Fachfirma ordnungsgemäß entsorgt. Bei Kampfmitteln erfolgt eine fachgerechte Beseitigung, bei möglicherweise historischen Funden eine archäologische Bewertung. Die veranschlagten Kosten für die Bergung in Höhe von rund 200.000 Euro übernehmen Stadt und Landkreis gemeinsam.

Durch das minimalinvasive Verfahren werden Schäden an Flora und Fauna vermieden. Zusätzlich begleiten die Untere Naturschutzbehörde sowie eine baubiologische Fachbegleitung die Maßnahme. Bürgermeister Neumann äußert sich erleichtert: „Ich freue mich, dass wir gemeinsam durch Zusammenwirken vieler Akteure eine gute und kostengünstige Räumungsvariante entwickelt haben“. „Besonders meinen engagierten Kollegen aus dem Hause möchte ich dafür danken. Somit können wir ein weiteres bisher ungelöstes Thema bald abhaken“, so Neumann freudig.

Hintergrund der Maßnahme sind Funde von Phosphor-Handgranaten im Bleckeder Schlossgraben Ende August und Anfang September 2019. Durch die langanhaltende Trockenheit war der Graben um das Bleckeder Schloss ausgetrocknet. Dadurch kamen mehrere Phosphor-Handgranaten mit Sauerstoff in Kontakt, wodurch gefährliche Gase freigesetzt wurden. Die Kampfmittel aus dem zweiten Weltkrieg wurden vom Kampfmittelbeseitigungsdienst geborgen und zur Vernichtung nach Munster transportiert. Anschließend erfolgten Sondierungs- und erste Bergungsarbeiten bis Dezember 2019.