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Wirtschaft Regional - Februar 2017

„Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die große Mehrheit derjenigen, die sich nach Flucht und Asylverfahren bei uns arbeitslos gemeldet haben, nicht über formale Qualifikationen verfügen, die wir mit unserem Bildungssystem vergleichen können. Dennoch packen viele Geflüchtete ihre Arbeitsuche sehr motiviert an“, berichtet Bernd Passier, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lüneburg-Uelzen. Eine nicht zu unterschätzende Hürde ist bei Beschäftigungssuche und letztendlich auch bei Arbeitsaufnahme die Sprache. „Gleichzeitig erleben wir Offenheit und Engagement bei vielen Unternehmen, die Geflüchteten eine berufliche Perspektive geben möchten. Daher begrüßen wir, dass wir mit den neuen Modellen gezielt unterstützen können“, so der Agenturchef weiter. Die Programme heißen „Kommit“ und „Step by Step“.

„Kommit“ richtet sich insbesondere an Asylberechtigte und Asylbewerberinnen und -bewerber mit einer guten Bleibeperspektive, die bereits älter als 25 Jahre sind und gliedert sich in vier Phasen. Zu Beginn steht die Teilnahme an einem Integrationskurs mit dem systematischen Erlernen der Sprache. In einer nächsten Phase werden Spracherwerb und Kontakt zum Betrieb verknüpft. Während einer Arbeitsprobe im Unternehmen wird unter anderem die Eignung für einen bestimmten Beruf festgestellt. Ist dies erfolgreich, kommt in die dritte Phase eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zustande. Gleichzeitig wird eine Weiterbildung absolviert, die einen (Teil-)Abschluss ermöglicht und weiter ausgebaut werden kann. Wenn sich das Beschäftigungsverhältnis stabilisiert hat, kann, in einer vierten Phase, die individuelle Weiterbildung möglichst mit einem Berufsabschluss fortgeführt werden. Eine Sprachförderung ist während der Beschäftigung ebenfalls möglich.

Für Jugendliche, die einen gesicherten Aufenthaltsstatus, also eine Arbeitserlaubnis besitzen, oder als Asylbewerberinnen und Asylbewerber mit einer guten Bleibeperspektive eine Ausbildung suchen, gibt es „Step by Step“. Ähnlich wie „Kommit“ gliedert sich das Modell in verschiedene Phasen. Zu Beginn steht ebenfalls der Integrationskurs und geht in Phase zwei in die berufliche Orientierung über. Während dieser Zeit werden die Jugendlichen an den Ausbildungsmarkt herangeführt und die Sprachkenntnisse weiter ausgebaut. Anschließend soll sich ein Ausbildungsverhältnis anschließen. Bei Bedarf können mit zum Beispiel ausbildungsbegleitenden Hilfen aktiviert werden. Auch während „Step by Step“ ist eine weitere Sprachqualifizierung möglich.

Angesichts der offenen Stellen am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt wird oft die Frage gestellt, ob Flüchtlinge diese Lücke füllen können. „Viele, die heute nach Flucht und Verfolgung zu uns kommen, sind nicht die Fachkräfte von morgen, sondern eher von übermorgen. Das Ankommen in der Gesellschaft und auf dem Arbeitsmarkt benötigt Ausdauer und ist eher mit einem Marathonlauf und nicht mit einem Sprint vergleichbar“, so Passiers Fazit.

Weitere Informationen können interessierte Unternehmen beim Arbeitgeber-Service unter der kostenlosen Rufnummer 01800 4 5555 20 erhalten.

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